Know-how für die Olympia-Fackel

Als am 27. Juli 2012 in London das Olympische Feuer auf spektakuläre Weise entzündet wurde, ging für die Ingenieure von TECOSIM eine äußerst aufregende Zeit zu Ende. Denn der Spezialist für Computer Aided Engineering (CAE) zeichnete für die Entwicklung eines der symbolträchtigsten Werkzeuge der Spiele verantwortlich: die Olympische Fackel.

Das ungewöhnliche Projekt startete Ende 2010. Das LOCOG (London Organising Committee of the Olympic and Paralympic Games) suchte seinerzeit einen Entwicklungspartner, der die aufsehenerregende Gestaltung der renommierten britischen Designer Edward Barber und Jay Osgerby in eine sichere Konstruktion überführen sollte. Nicht weniger als 8.000 Öffnungen hatte das Designerduo auf zwei übereinander geschichteten Aluminiumhüllen angeordnet. Die Einstanzungen symbolisieren die 8.000 Läufer, die die Fackel 70 Tage durch das Vereinigte Königreich trugen.

Ein Blick auf das Leuchtmittel offenbart zudem aus allen Winkeln die Olympischen Ringe. Und die dreieckige Fackelspitze steht für die dritten Olympischen Spiele in London (nach 1908 und 1948) sowie das Motto "Citius, altius, fortius" (schneller, höher, stärker).

Die Vorgabe des LOCOG an den Engineeringpartner TECOSIM war kurz und deutlich: Die Fackel darf nicht ausgehen. Gleichzeitig musste sichergestellt sein, dass sich die Fackelläufer nicht verbrennen oder verletzen. Die Flamme sollte den berüchtigten britischen Wetterverhältnissen mit viel Wind und Regen sowie Stürzen aller Art trotzen. Weitere Anforderung: Die Fackel muss äußerst robust sein, weil sie nicht nur von Läufern, sondern auch von Reitern, Rollstuhlfahrern, Kletterern, mit dem Boot, per Ballon oder mit der Eisenbahn transportiert wird.

Bild: LOCOG

CAE sorgt für Sicherheit der Fackel
Um diese Vorgaben zu erfüllen, berechneten die Ingenieure zunächst mittels Strömungs- und Verbrennungssimulation das Verhalten der Fackel bei Temperaturen zwischen -5 und +40 Grad sowie bei Windgeschwindigkeiten bis zu 56 km/h und Windstößen bis zu 80 km/h. Auch Stürze und Fallsituationen (droptests) aus bis zu drei Metern Höhe wurden am Computer ausgelegt. Anschließende Tests im Windkanal und reale Fallversuche mit Prototypen bestätigten die digitalen Berechnungsergebnisse. Auch analysierten die Entwicklungsingenieure Materialeigenschaften und ermittelten so die geeigneten Werkstoffe. Zudem koordinierten sie die verschiedenen Partnerfirmen, um eine zuverlässige Serienfertigung zu gewährleisten.

Die Mühe hat sich gelohnt. Am Ende erfüllte die 800 Gramm leichte Fackel, die mit einem Bullfinch-Flüssigkeitsbrenner für Butan-Propan-Gemisch ausgestattet war, alle Voraussetzungen. Kein Fackelläufer hat sich während des Laufes an dem Leuchtmittel verletzt oder verbrannt. Die Flamme konnte 12 Minuten lang zwischen 250 und 400 mm hoch brennen, bevor sie an den nächsten Läufer übergeben wurde.

Symbolträchtiger Fackellauf

Am 27. Juli ging der Fackellauf im Olympiastadion Stratford auf beeindruckende Weise zu Ende. Sieben jungen Athleten zündeten 204 kleine Schalen an - für jede teilnehmende Nation eine. Diese wurden dann zu einer einzigen Flamme zusammengeführt. TECOSIM hat neben der Fackel für die Olympischen Spiele auch die Fackel für die Paralympics konstruiert sowie das zusätzliche Equipment, das während der beiden Fackelläufe zum Einsatz kam. Dazu gehörten kleine Feuerschalen sowie die Halterungen für den Transport mit Bus, Fahrrad und Rollstuhl. Auch der Sicherheitskäfig, in dem die olympische Fackel per Flugzeug von Griechenland nach Großbritannien transportiert wurde, wurde von TECOSIM konstruiert.

„Als Team haben wir einen Fackellauf mit dazu gehörenden Symbolen ermöglicht, die die Zeit überdauern und in den Herzen und Köpfen der Menschen bleiben werden. Wir danken TECOSIM für die Unterstützung während des gesamten Prozesses“ , so Deborah Hale, Producer Fackellauf bei LOCOG.

Empfang bei der Königin 
„Sogar Queen Elisabeth II. hat sich nach unserer Arbeit erkundigt. Kurz vor Eröffnung der Spiele waren wir zu einem Empfang der britischen Königin auf Windsor Castle eingeladen sagt Stuart Hawker, Managing Director der TECOSIM Technical Simulation Ltd., Großbritannien. „An Ausschreibungen für künftige Olympische Spiele und andere sportliche Großprojekte wollen wir uns wieder beteiligen“.

 

TECOSIM im Geschäftsfeld Gesundheit: Auf einen Blick

 

  • Spektakuläres Design der Olympia-Fackel in sichere Konstruktion überführt
  • Strömungs- und Verbrennungssimulation macht Olympia-Fackel sicher
  • Kein Fackelträger hat sich verbrannt oder verletzt
  • Beteiligung an weiteren Ausschreibungen für sportliche Großprojekte geplant